Haushaltsstrom
Als Haushaltsstrom bezeichnet man üblicherweise die in einem privaten Haushalt verbrauchte Energiemenge.
Stromanbieter bieten spezielle Tarife für diesen Haushaltstromverbrauch.
Haushaltsstrom in Regelsätzen nicht ausreichend bemessen – Studie belegt Unterversorgung
Das ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg führte gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) von Mitte August bis Mitte November 2006 ein Sondierungsprojekt zum Energiekostenanstieg und den Folgen für Haushalte mit geringem Einkommen in Deutschland durch. Das Projekt welches durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde , kam zu der Erkenntnis, dass die gestiegenen Energiekosten trotz erheblicher staatlicher Transferzahlungen für Haushalte mit geringstem Einkommen wie ALG II, Sozialgeld und Sozialhilfe eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen. Der im Regelsatz zu Grunde gelegte Berechnungsansatz zur Deckung der Kosten für Haushaltsstrom reicht kaum aus, um die steigenden Stromkosten abzufangen.
Die Strompreise für private Haushalte erhöhten sich von 1998 bis 2006 laut Verbraucherpreisindex um 26,8 Prozent. Im diesem Zeitraum wurden die Ansätze für Haushaltsstrom jedoch nur um 7,2 Prozent angepasst. Derzeit erhält ein Ein-Personen-Haushalt 20,74 Euro im Monat für Licht, Waschen, Kochen, TV und elektrische Warmwassererzeugung. Die für 2007 geplante Regelsatzanpassung auf 21,74 Euro kann den Preisanstieg nur geringfügig auffangen.
Es wird daher dringend eine Verbesserung der Transparenz für die Leistungsempfänger gefordert. Eine Orientierungshilfe mit ergänzenden Informationen (z.B. als Beilage zu den Leistungsbescheiden), welche Ansätze für Haushaltsenergie in den Regelsätzen enthalten sind. Sehr hilfreich wäre es, diese Information um Vergleichwerte zu ergänzen, wie viele Kilowattstunden Strom mit diesem Betrag verbraucht werden können.
Wenn Sie wissen wollen, ob nach den Vergleichswerten zur Einschätzung der Höhe des Haushaltsstromverbrauchs im Vergleich zu Durchschnittswerten in Deutschland /VZ NRW 2003 Ihre Verbrauchswerte anzusiedeln sind und wann von amtswegen mit einem unwirtschaftlichen Verhalten gerechnet werden muss, lesen Sie hier:
| Personen im Haushalt | Stromverbrauch ohne elektrische Warmwasserbereitung (kWh pro Jahr) | Stromverbrauch mit elektrischer Warmwasserbereitung (kWh pro Jahr) | Bewertung |
|
1 Person |
unter 800 800 – 1200 1200 – 1600 über 1600 |
unter 1500 1500 – 1900 1900 – 2300 über 2300 |
phantastisch gut hoch viel zu hoch |
| 2 Personen | unter 1500 1500 – 2200 2200 – 2900 über 2900 |
unter 2600 |
phantastisch |
| 3 Personen | unter 2200 2200 – 3000 3000 – 3800 über 3800 |
unter 3700 3700 – 4500 4500 – 5300 über 5300 |
phantastisch gut hoch viel zu hoch |
| 4 Personen | unter 2700 2700 – 3600 3600 – 4500 über 4500 |
unter 4600 |
phantastisch |
| 5 Personen | unter 3200 3200 – 4100 4100 – 5000 über 5000 |
unter 5500 |
phantastisch |
Quelle: Tabelle 8 der Böckler Studie
Es mehren sich Fälle, wo Haushalte wegen Zahlungsschwierigkeiten der Strom abgestellt wird. Die Situation dürfte sich durch Jahresabrechnungen mit Nachzahlungen weiter verschärfen. Obwohl eine menschenwürdige Haushaltsführung ohne Strom nicht vorstellbar ist und dies vom Sozialgericht Mannheim bestätigt wurde, hat der Gesetzgeber mit der Einführung des Fortentwicklungsgesetzes zum 1. August 2006, die Kosten für Strom und Warmwasser als Bestandteil der Regelleistung festgesetzt und nicht zu den Kosten der Unterkunft erklärt.
Bei Außerachtlassen der obskuren Anbieter weichen die Arbeitspreise vielleicht um 2 Ct. ab. Auch bei mehr als 12.000 Kw/h Verbrauch jährlich ist die eingesparte Summe nicht gerade weltbewegend. Dazu kommen meist höhere Nebenkosten für Zähler u. alle möglichen anderen, im Kleingedruckten stehende Aufpreise. Und keiner erwähnt die vom RWE berechnete zusätzliche Durchleitungsgebühr.
FlexStrom versteigert Haushaltsstrom bei eBay
Die bundesweit tätige FlexStrom GmbH bietet eBay-Nutzern nun die Möglichkeit, Preise für eine bestimmte Energiemenge vorzuschlagen. Nimmt der Stromversorger den Preisvorschlag an, erhält der Kunde die entsprechende Strommenge, FlexStrom übernimmt dabei sämtliche Wechselformalitäten für den Käufer.
Flexstrom
Berlin (red) – Bereits seit April letzten Jahres bietet der Stromlieferant Tarifpakete zur Versteigerung an, beginnend mit dem Startpreis von 1 Euro. Man wolle damit beweisen, “wie günstig Strom sein kann”, sagt FlexStrom-Geschäftsführer Robert Mundt. Mit der eBay-Option “Preis vorschlagen” können Verbraucher nun einen Preis für ein Kilowattstunden-Paket vorschlagen, nimmt der Stromlieferant das Angebot an, erhält der Kunde den Strom zum vorgeschlagenen Preis.
Nach erfolgter Transaktion haben die Käufer – wie bei eBay-Auktionen üblich – die Möglichkeit, die Zuverlässigkeit des Stromanbieters zu bewerten. Bisher habe das Unternehmen ausschließlich positive Bewertungen erhalten. Im Anschluss an die jeweilige Auktion oder der Einigung über einen Verkaufspreis übernimmt FlexStrom sämtliche Wechselformalitäten für den Käufer. Der Aufwand betrage für den Neukunden nur wenige Minuten. Die notwenigen Daten findet jeder Interessierte auf seiner letzten Stromabrechnung.
Aufgrund der regen Nachfrage gibt es bei eBay seit Anfang des Jahres sogar eine separate Unterkategorie für Haushaltsstrom, informiert Flexstrom.