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Raus aus dem Atomgeschäft, rein in was?

Die Bundeskanzlerin hat gestern in einer Rede auf dem Wirtschaftstag angeführt, dass Deutschlands Energiewende nicht funktionieren kann, wenn sie sich nicht sicher sein können, dass jeder einzelne Bundesbürger mitmacht. Sie verdeutlichte, dass man nicht aus der Atomenergie aussteigen könne, wenn man nicht bereit wäre, einen Einstieg woanders zu suchen und zu finden. Im Klartext heißt das, dass es durchaus sein kann, dass eine Wende in der Energiewirtschaft auch das ein oder andere Opfer von den Deutschen fordern kann.

Mitarbeit und Unterstützung sind gefragt

Sicherlich ist hierin eine Anspielung auf zahlreiche Ereignisse der Vergangenheit zu sehen, in denen die Bürger nicht immer bereit waren, auch die unangenehmen Folgen einer umweltpolitischen Entscheidung mitzutragen. Die Einführung von Biodiesel, dessen Preis zunächst durch Subventionen gesenkt wurde, um Autofahrern einen Anreiz zum Umstieg zu bieten, wurde von den Bürgern naturgemäß sehr begrüßt. Bitterlich protestiert wurde dagegen über den Wegfall der Subventionen, denn jetzt hätte man sich ja schließlich extra wegen der günstigen Spritpreise den Biodiesel gekauft. Hier wurde zu kurzfristig gedacht und ähnliches befürchtet Deutschland wohl auch bei der Energiepolitik und der anstehenden, derzeit von den Bürgern geforderten, Energiewende. Der Strom soll nicht mehr aus dem Atomkraftwerk stammen, aber er soll auch billig bleiben. Der bisher nur geringen Nutzung von regenerativen Energien stehen viele Bürger verständnislos gegenüber, doch wollen sie keine hässlichen Solaranlagen auf allen Dächern und beschweren sich häufig genug über “Schlagschatten” von Windrädern oder ein zu lautes Brummen der Turbinen. Wer den Energiewandel wolle, so die Bundeskanzlerin, müsse ihn auch ohne Wenn und Aber wollen.

Verschiedene Ansatzpunkte

Um Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit miteinander zu verbinden, muss man sowohl die Methoden der Energiegewinnung von fossilen und ineffizienten Brennstoffen auf die Techniken der regenerativen Energien und effizientere Blockheizkraftwerke umstellen, als auch den Umgang mit und den Verbrauch von Energie langfristig kontrollieren. Dazu gehört eine gewisse freiwillige Selbstkontrolle der Verbraucher, die nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel dient und Maßnahmen wie die effektive Wärmedämmung von Gebäuden des privaten und öffentlichen Bereichs. Damit soll der Verbrauch entsprechend gesenkt werden, sodass es auch mitten in der Energiewende zu keinem Zeitpunkt notwendig wird, Atomstrom aus andern Ländern zuzukaufen. Leichte Preissteigerungen beim Strom sind nach wie vor aber nicht auszuschließen. Doch die Sicherheit vor Super-GAUs, eine saubere Luft und das Wissen, dass die Energie, die man verbraucht, regenerativ und nicht irgendwann “alle” ist, sollte einem ein paar Cent pro kW/H wert sein.

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